Ein Beethoven und ein Lessing für die Alte Oper Frankfurt
Bei früheren Sanierungsarbeiten hat man einige der Künstlerportraits in den Kopffeldern
der Fenster total zerstört. Nur noch Ruinen sind übrig geblieben als man versuchte
selbstverursachte Verschmutzungen mit groben Werkzeugen zu entfernen.
Unglaubliche Dilettanten haben mit Schleifmaschinen diese wunderschönen Reliefs
bearbeitet und nur noch Monster hinterlassen.
  
| Lessing nach der Zerstörung. |
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Shakespeare in der hervorragenden Qualität der Bildhauer der alten Oper. |
Nun wird die Alte Oper seit drei Jahren wieder restauriert und man beabsichtigt,
das Verlorene durch neue Arbeiten zu ersetzen.
Der Zerstörungsgrat der Köpfe ist so endgültig, dass ich auf Nichts von der alten
Substanz zurückgreifen konnte. Auch gab es kein Bildmaterial in den Frankfurter Archiven,
das erahnen ließe, wie diese Köpfe einmal ausgesehen haben.
So recherchierte ich nach alter Grafik und zeitgenössischen bildhauerischen Werken,
um mir ein Bild machen zu können von Aussehen und Wesen dieser beiden Künstler.
  
So ist der Lessing bei mir zu einem Typus des edlen Künstlers geworden, der auch schon zu Lebzeiten ein geachteter Mann gewesen ist.

Bei Beethoven hat mir vor allem eine Grafik imponiert, die ihn zeigt als grimmigen Künstler, der hinter seinem Klavier sitzend sich ganz den inneren Welten der Musik hingibt.

Eben von dieser Zeichnung inspiriert arbeitete ich Beethoven zunächst zeichnerisch im Profil aus. Kompositorisch natürlich im Kontext der vorhandenen Portraits, im Medaillon auf einem Schild.
  
Nachdem die umgebenden Formen gehauen sind, bleiben für den Kopf noch ca. 12 cm
Tiefe an Steinmaterial übrig. Die Höhe des Kopfes beträgt ca. 60 cm.
  
12 cm Tiefe sind für einen 60 cm hohen Kopf natürlich nicht viel um das natürliche Volumen
des Schädels darzustellen. Hinzu kommt, das der Betrachter eine starke Untersicht zu diesem Werk hat. Deshalb ist das Schild schon leicht nach vorn geneigt und auch der Kopf hat die größte Masse oben, so dass er von unten gut angeschaut werden kann.
Nach dieser intensiven Auseinandersetzung mit den zwei großen Künstlerpersönlichkeiten
kamen die Formen und Nuancen der Gesichten wie von selbst und es ist eine Freude wie das Gefühl entsteht, sie stünden leibhaftig vor Einem. Der „Erhabene“ und der „Wilde“.
Zur Zeit werden die Reliefs an der Oper in ca.17 m Höhe eingebaut. Federführend verantwortlich für diese gigantische Restaurierungsmaßnahme ist die Firma SDC Crailsheim.
Dem Bauleiter Bernd Polster und seinen Männern vor Ort wünsche ich gutes Gelingen für die noch ausstehenden Arbeiten. Auf das die Oper wieder in altem Glanze erstrahlt.
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