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Archiv 06 2008

3
Juni 2008

Konzerte mit Ausstellung - Zeichnungen und Musik, Joachim Klar & Suzu-Anne Gerloff
Ein neues Kleid für einen alten Bekannten
Vervollständigung der stehenden Frau
Bergbauarbeit
Nachtrag zur Alfred Hridlicka Ausstellung
Till Brockmeier Stipendiat


 
Zeichnungen und Musik


Zu einer wunderbaren Sache hat sich mein neuestes Projekt entwickelt. Die Zusammenarbeit mit der Pianistin Suzu-Anne Gerloff.


Suzu-Anne Gerloff


Wie auch schon die Tänzer oder den Tai Chi Meister Otto Haizmann begleitete ich Suzu bei ihren Proben am Flügel. Für mich ein Erlebniss der besonderen Art, ertappte ich mich doch immer öfter dabei zu zeichnen nicht nur was ich sah, sondern zu zeichnen wie und was ich hörte. Die musikalischen Stimmungen aus ihrer Musik fanden den Weg über mein Ohr in meine Hand. Unsere Gespräche handelten von unserer Kunst. Von den Gemeinsamkeiten in den doch so unterschiedlichen Kunstrichtungen Von der immer wieder harten Arbeit an Qualität und Ausdruckskraft, aber auch vom Gelingen und der damit verbundenen Zufriedenheit.


Suzu-Anne Gerloff und Joachin Klar Plakat





 
Ein neues Kleid für einen alten Bekannten


Der SteuermannTill Brockmeier

Der Steuermann, ein Kopf, der in seiner 20jährigen Entstehungsgeschichte schon so einige Überarbeitungen und Veränderungen erfahren hat, kam nun nochmals unter den Hammer.

Es war ein Geistesblitz, den ich auch gleich, ohne viel Federlesens zu machen, in die Tat umsetzte. Auf der Suche nach einem Stück für die große stehende Figur entdeckte ich unter der alten grauen verwitterten Außenschicht eines unförmigen Brockens bei einem Kollegen dieses wunderbare orangefarbene mit glitzerndern Quarzadern durchzogene Material.

Erst nach genauem Studium der Risse und Adern teilte ich den Stein in Hinblick auf ein Stück für die große stehende Figur. Es gelang recht gut wobei eben dieser große faszinierende Block übrigblieb. Begierig, etwas daraus zu arbeiten kam dann auf einmal die Verknüpfung mit dem Steuermann in meinen Sinn „Was steht einem alten Seebären nicht besser zu Gesicht als ein schöner Rollkragenpullover.“ Gesagt-getan, und siehe da, die Arbeit hat sich gelohnt.


 

Vervollständigung

trans


Wie oben schon beschrieben fügte ich den orangefarbenen glitzernden Stein als letztes Element der Figur hinzu. Sie besteht nun aus drei verschiedenen Steinsorten.

Kleid und armlange Handschuhe aus weißem Carrara Marmor, Kopf und Haare aus Bardiglio Carrara Marmor und das Haarband welches die Haare zusammenhält und locker über die Schulter fällt aus einem Kalkstein von der Schwäbischen Alb.
Das war jetzt noch einmal eine spannende Phase. Nun müssen die drei Elemente in ihrer Form noch lebendig werden. Große unbekannte Variablen gibt es nicht mehr. Jetzt heißt es langsam auf die Zielgerade einbiegen und mit viel Muse die Details ausarbeiten.



 

Bergbauarbeit

Bergbauarbeit


Erst kürzlich habe ich die Arbeit an der Sitzenden wieder aufgenommen um auch gleich das komplizierte Geflecht aus Tunneln und Stollen zwischen den Gliedmaßen herauszuarbeiten.

Diese Durchbrüche verbinden die vier Seitenansichten zu einem Ganzen.
Jetzt beginnt auch hier die Arbeit am Detail.


 

Nachtrag zur Alfred Hrdlicka Ausstellung




Nachdem das Echo der Zeitungen zur großen Hrdlicka Ausstellung eher hochnäsig ausgefallen ist, zeigen die hohen Besucherzahlen und die daraus resultierende Ausstellungsverlängerung, dass das Interesse und die Achtung für diesen Mann sehr groß ist.

Man philosophiert als deutscher Kunstkritiker doch lieber über den Würfel inmitten des Raums um selber zum Künstler zu werden und mit den Kuratoren zusammen die eigentliche Kunstelite zu bilden.
Wenn es aber ums Sehen geht, um künstlerische Fähigkeiten, um Leidenschaft und Ausdruckskraft, wird es eher still um diese Leute.

Ehrlich gesagt ist die Berichterstattung über die bildende Kunst im großen und ganzen ohne Bodenhaftung und in der Provinz peinlich.
Für mich hat gerade die hiesige Badische Zeitung zur Hirdlicka Ausstellung mit einem Griff ins Klo brilliert. Zwischen den Zeilen ist eigentlich nur Häme zu lesen was in der Erkenntnis gipfelt, das wir es ja hier sowiso nur mit einem Alkoholiker zu tun haben. Alfred Hrdlicka: “pfui“!

Ich habe mir erlaubt Kritik an dieser Kritik zu üben.
Meinen Leserbrief hat die Badische Zeitung lobenswerterweise sogar gedruckt...
Artikel der BZ und Leserbrief...



 

Till Brockmeier Stipendiat

Skulptur Till Brockmeier Volksbank Freiburg


Mit einer schönen Ausstellung in der Volksbank Freiburg ist der Jugendkunstpreis Freiburg 2008 zuende gegangen. Ich bin sehr stolz auf meinen Stipendiaten Till Brockmeier.

Er hat in seiner Arbeit ein sehr hohes Niveau erreicht. Sollte er sich mal entscheiden beruflich einen künstlerischen Weg einzuschlagen, kann sich die Gilde glücklich schätzen.

Menschen mit Eigenschaften, die auf Anhieb eine soche Arbeit entstehen lassen, werden dringend gebraucht. Herzlichen Glückwunsch lieber Till und weiterhin alles Gute!




10. Juni 2008
Joachim Klar





 

 





UNTERRICHT

mit Joachim Klar, Dozent für Zeichnung, Jugendkunstschule im Jugendbildungswerk Freiburg.

INFO: jugendkunstschule@jbw.de